Bodyshaming in der Kindheit

Es fängt schon in der Grundschule – ja wahrscheinlich noch viel eher an. Kinder, die andere Kinder wegen ihres Aussehens oder bestimmter Eigenschaften niedermachen. Ich erlebe es regelmäßig und merke, wie sie sich ertappt fühlen, wenn man sie darauf anspricht. Es ist nur schwer, darauf aufmerksam zu machen, zu sensibilisieren. Ich kenne es doch selbst. Urteile über Menschen, denke Negatives, stecke sie in eine Schublade. Doch jeder Schritt zählt – jedes aufmerksam machen, jede positive Wendung.

Kinderkarneval als Abbild der Gesellschaft

“Frau L., alle lachen über mein Kostüm. Sie sagen, ich sehe noch dicker aus.”, sagte ein 8 jähriger Junge letztens beim Karneval zu mir. Ich liebte sein Kostüm – er war verkleidet als “Textmarker”. Ein schwarzes Gewand mit knall-orange-farbenen Streifen in der Mitte und einem passenden kleinen Hut mit Spitze. Es sah so cool aus. Endlich mal ein kreatives Kostüm abseits von Prinzessinnen und Fortnite Kriegern. (ein Ballerspiel für Kinder). Irgendwie erinnerte mich das Bild an unsere Gesellschaft. Natürlich sind wir alles Individuen, aber irgendwie existiert ein Großteil, der sich ziemlich ähnlich gibt und in eine Vorgabe passt – so wie es in den Medien immer noch dargestellt wird.

Kinder von heute….

Die Kinder von heute sind unsere Erwachsenen von morgen. Was will ich denen mitgeben? Was bin ich für ein Vorbild? Manchmal vielleicht kein so Gutes, wenn ich mit langen, künstlichen Fingernägeln und Adidas Sneakers über den Schulhof laufe. Sehe ich doch auch aus, wie Millionen anderer junger Frauen und deren Stil. Doch es kommt auf die Haltung an – die Haltung, die ich in meiner täglichen Arbeit nach Außen trage und versuche den Kindern zu vermitteln. Jeder ist gut wie er ist, niemand ist weniger wert, wenn er/sie/divers nicht in eine bestimmte Vorstellung passt. Es ist schwierig, denn schon die Kinder betiteln ihre Mitschüler als zu dick, zu dünn oder ziehen über Sommersprossen, Hautfarbe und co. her. Aber die Kinder sind eine große Chance in Zukunft etwas zu verändern. Klar zu machen, dass jede Vielfalt normal und vollkommen okay ist. Das Aussehen nichts über den Charakter aussagt und man sich da auch mal ganz fix täuschen kann.

Bodyshaming betrifft jeden

Bodyshaming ist ein Thema, was alle Altersgruppen regelmäßig betrifft. Es fängt an bei einer Oma, die wegen ihrer schiefen Nase angemacht wird, geht über einen Papa, der wegen seiner Brustbehaarung ausgelacht wird, bis hin zu jungen Frauen und Kindern. Wie z.B. bei mir – ich werde ständig angemacht, warum ich so “High Waist” Hosen trage, denn die würden einen dicken Arsch machen.

Ich bin trotz alledem regelmäßig schockiert, wie bereits Kinder sich selbstverständlich fertig machen. Es gehört zum Alltag. Leider muss ich ebenso zugeben, wie oft ich Eltern und Pädagogen erwische, die dieses Verhalten noch unterstützen und anfeuern. Selbst durch nonverbale Äußerungen, durch Blicke und ihr Verhalten zeigen sie unseren Kindern, wer in ihren Augen wertvoll ist und wer nicht. Äußerlichkeiten dienen immer noch der Bewertung. Dabei sollten wir Vorbild sein – wir haben es in der Hand den Kindern eine neue Sichtweise zu vermitteln und sie anzuregen, umzudenken und sich offen, tolerant und fair zu verhalten.

Was wir tun können

Ich greife regelmäßig ein, wenn ich höre, wie Kinder andere diskriminieren. Auch wenn du kein Pädagoge bist oder mit Kindern zu tun hast – du hast ebenso Möglichkeiten, auf das Thema aufmerksam zu machen. Andere ansprechen, wenn sie über jemanden schlecht reden, z.B. wenn deine Freundin im Shoppingcenter eine sehr schlanke Frau sieht und sie als “magersüchtig” bezeichnet. Wie wäre es, darüber zu sprechen, dass dies beleidigend und abwertend ist? Zu erwähnen, dass es vielleicht so sein kann, aber die Frau trotzdem ebenso wertvoll und toll ist wie jede andere.

Wenn du selbst Gedanken über andere hast – überlege nochmal genau, ob es berechtigt ist. Niemand darf wegen seines Aussehens oder anderer Eigenschaften diskriminiert werden. Auch du möchtest das nicht! Und glaub mir, es betrifft nicht nur übergewichtige Frauen, sondern auch schlanke oder muskulöse Frauen. Es betrifft alle. Es betrifft ebenso Männer, die nicht dem “Ideal” entsprechen, welche für bestimmte Eigenschaften als weniger männlich oder sogar “schwul” betitelt werden. “Schwul” ist mittlerweile ebenso wie “Transe”, “Ausländer” oder andere Wörter zu Schimpfwörtern geworden. Ist es nicht traurig, dass so etwas teilweise alltäglich ist?

Sei aufmerksam, mache deine Mitmenschen aufmerksam und sprich das Thema offen an. Sei Vorbild und diskriminiere andere Menschen nicht, sondern begegne ihnen offen. Gib (deinen) Kindern eine wertschätzende Haltung mit – erkläre ihnen, dass jeder tolle Eigenschaften an sich hat und wertvoll ist!

Wenn du betroffen bist

Sollte es dir (regelmäßig) so gehen, dass du diskriminiert wirst – hole dir Hilfe! Suche das Gespräch bei Freunden, Familie oder anderen Vertrauenspersonen. Ich persönlich erwidere mittlerweile, dass es mir egal – oder nicht in Ordnung ist, wenn man zu mir sagt, ich sei so oder so und mich wegen des Aussehens diskriminiert. Das erfordert Mut, zeigt aber wie stark du bist und die anderen merken oft schnell, dass deren Verhalten nicht in Ordnung war.

Löse dich von Personen, die dich diskriminieren. Sie haben in deinem Leben nichts verloren und ziehen dich nur runter. Das hast du nicht verdient. Du bist wertvoll, wie du bist. Es geht niemanden etwas an, wie du lebst. Mach dir das bewusst.

Umgib dich mit Personen, die dich annehmen wie du bist. Folge in den sozialen Medien Personen, die offen sind und kein Extrem verfolgen.

Solltest du noch mehr Hilfe benötigen, melde dich gern bei mir! Ich habe ein offenes Ohr für dich!
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Hast du schon ähnliche Beobachtungen, besonders bei Kindern gemacht?

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