Entspannung gesucht! Akzeptieren, wenn es nicht mehr geht.

Heute möchte ich euch direkt mal an meiner aktuellen Situation teilhaben lassen, die auch so einiges mit Selbstakzeptanz und gesunder Balance zu tun hat…
Mir ist schon länger bewusst, dass ich momentan eine stressige Zeit durchmache. Privat ist einiges los: Viele Baustellen, Veränderungen und Sorgen beeinflussen meinen Alltag. Trotzdem habe ich in den letzten Jahren gelernt, den Tag nicht von negativen Ereignissen bestimmen zu lassen, sondern Momente aktiv wahrzunehmen und vor allem die positiven Situationen ganz arg zu genießen. Ich muss zugeben, dies hat mich einiges an Arbeit an mir selbst und meiner Einstellung gekostet. Vor einigen Jahren war ich alles andere als ein optimistisch und positiv denkender Mensch. Heute ist das zum Glück anders und der Tag ist für mich nicht mehr nur schwarz oder weiß. Trotzdem fehlte es an einer ganz wichtigen Sache: Entspannung.

Hallo Realität?!

In den letzten Tagen musste ich abseits von positiv und negativ vor allem eine Sichtweise einnehmen: Die Realistische.
Müdigkeit und Energielosigkeit bestimmten meinen Alltag. Ich war mehrmals beim Arzt und habe Schilddrüse, Eisen und andere Blutwerte kontrollieren lassen. “Alles in Ordnung. Gönnen Sie sich Ruhe, etwas Zeit für sich.”, sagte die Ärztin vor einigen Wochen.
Ich fragte mich, ob es nicht genug sei, was ich bereits für mich tat? …denn anscheinend war es das nicht.
Mein Körper hat mich bereits ab Sonntag behutsam darauf hingewiesen, dass mal genug ist mit Stress, Sorgen und Gewissensbissen. Montag bin ich jedoch auf dem Boden der Realität gelandet. Ich fühlte mich krank, genervt und nur noch fertig. Ehrlich gesagt bekam ich Angst um mich selbst und hatte die ganze Nacht mit mir zu kämpfen. Ich beschloss ein weiteres Mal zur Ärztin zu gehen, die sich entgegen meiner Erwartungen nochmal richtig viel Zeit für mich genommen hat. “Was glauben Sie, was ich jetzt mit Ihnen machen kann?”, fragte Sie mich und grinste dabei ironisch. Mir war klar, Sie glaubt nicht daran, dass meine Beschwerden körperliche Ursachen haben und ehrlich gesagt, hatte ich darüber natürlich auch schon nachgedacht. Vielleicht wollte ich es nicht wahr haben, vielleicht wollte ich mir nicht eingestehen, dass ich nicht mehr kann und mir alles zu viel geworden ist.

Bin ich zu schwach?

Zu Hause angekommen verbringe ich den zweiten Tag in Folge auf dem Sofa. Es fühlt sich seltsam an. Einfach nix tun, darf ich das? Ist das nicht denen vorbehalten, die wirklich körperlich krank sind oder echten Stress haben? Mütter die arbeiten gehen und den Haushalt wuppen? Ich bewundere diese Frauen immer wieder und habe das Gefühl, dass sie noch viel mehr Kraft aufbringen müssen…
Am Wochenende entspannen wir viel vor dem Fernseher. Wir gehen an der frischen Luft spazieren und kochen leckeres Essen – doch was passiert in der Woche? Natürlich habe ich dort wie jeder andere meinen Tagesablauf – die Arbeit, meine Aktivität auf Social Media, Haus und co., meine Familie… und ich frage mich, wieso dies plötzlich zu viel sein soll? Bin ich zu schwach? Wieso kann nicht alles so ablaufen, wie vorher? Wo ist meine gesunde Balance geblieben?

Multitasking – (m)ein Fehler?

“Nun hab ich ja Zeit nachzudenken.”, dachte ich mir, als ich den Krankenschein in meiner Hand hielt.
Was war passiert? Wieso habe ich in der letzten Zeit kaum noch abschalten können und keine Erholung gefunden? Die Gründe sind vielseitig, es ist einiges vorgefallen. Zwei Dinge sind mir jedoch ganz besonders aufgefallen:
Ich wollte einfach alles auf einmal schaffen und bin trotz To-Do-Liste und Tagesplan völlig durcheinander geraten. Da läuft gleichzeitig der Laptop mit dem Videoschnittprogramm, während ich mein Mittagessen koche. Gegessen wird natürlich auch nebenbei und wenn es nicht Laptop oder Fernseher ist, werden Youtube oder Instagram bemüht. Multitasking ist nicht immer gut und vor allem hat es zwei Haken: Mehrere Dinge auf einmal stressen definitiv schneller und trotzdem ist man nicht unbedingt produktiver, denn die Konzentration und der klare Fokus fehlt einfach.
Die zweite belastende Sache für mich ist ein Alltag, der fremdbestimmt ist. Was meine ich damit?
Solange ich mir meinen Tag größtenteils selbst planen kann und Termine auch zeitlich passend ablaufen, geht es mir gut. Kommen jedoch immer mehr fremdbestimmte Ereignisse hinzu und schleichen sich fremdbestimmte Sachen ein, fühle ich mich eingeengt. Ich weiß, dass ich nicht zu allem Ja sagen muss, habe jedoch gerade bei Familie und Freunden oft ein schlechtes Gewissen und daraufhin auch mal Schuldgefühle, die mich ebenso unter Druck setzen…

Akzeptanz.

Mir wird klar, irgendwie muss ich die Reißleine ziehen und mir vor allem eine Sache erneut klar machen: Ich bin gut wie ich bin und wenn ich gerade Erholung benötige, dann ist das so!
Nicht nur in Sachen Körper, Äußerlichkeiten und Schönheitsideale ist es wichtig sich akzeptieren zu lernen, sondern ebenso wichtig ist es auch bei psychischen Themen bzw. allgemein der ganzen Lebenssituation und wie wir damit umgehen!
Nun heißt es als ersten Schritt akzeptieren, dass einem auch mal alles zu viel werden darf. Wir dürfen auch mal fertig sein, auch wenn andere diese Art von Belastung vielleicht locker hinnehmen würden. Wir sind alle unterschiedlich belastbar und es ist allein unser Leben, was wir schützen und genießen dürfen. Wir allein tragen die Verantwortung dafür, inwieweit wir unsere Zeit für andere einsetzen. Und vor
allem sind auch nur wir es, die unsere Gedanken und daraus folgend Gefühle und Handeln beeinflussen können.
Nun heißt es Druck rausnehmen und einfach mal nichts tun. Akzeptieren, dass man auch einfach mal nichts tun darf und das richtig entspannend sein kann! Weniger Multitasking, bessere Planung auf den Fokus der aktuellen Aufgaben und regelmäßige Zeiten für Entspannung. Ebenso lernen Nein zu sagen und Verantwortung zu übernehmen! Wow, klingt schon wieder ganz schön viel, aber alles Schritt für Schritt 🙂
Hast du deine gesunde Balance zwischen Erholung, Entspannung und täglichen Herausforderungen gefunden?
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1 Kommentar. Hinterlasse eine Antwort

  • Hallo, liebe Pauline!

    Vielen Dank für diesen ehrlichen Artikel. Ich finde, du sprichst da ein ganz wichtiges Thema an für das sich niemand von uns zu schämen braucht. Eine gesunde Balance zu finden ist auch eines meiner größten Probleme. Inspiriert von deinem Bericht möchte ich nun auch gerne versuchen mir zumindest an den Wochenenden etwas Zeit für mich selbst freizuschaufeln und einfach mal Fünfte grade sein zu lassen.

    Antworten

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