Im Fitnesswahn durch die sozialen Medien?

Sicherlich sind dir so einige Fitness-Accounts in den sozialen Medien bekannt und du kennst diese Fitnessmodels mit scheinbar perfekten Sixpack. Sie wirken diszipliniert, gesund und fit. Sie dienen tausenden Followern als Vorbild und haben auch mich damals inspiriert und motiviert. Doch der anfängliche Stolz und die Erfolge im Spiegelbild können mit der Zeit einen faden Beigeschmack annehmen. In diesem Beitrag möchte ich dir gern von mir und meinen Erfahrungen erzählen.

Fitnesslifestyle – Meine Wahrheit

Viele Jahre habe ich Zeit damit verschwendet Kalorien zu zählen, streng auf bestimmte Lebensmittel zu verzichten und meine Woche streng nach Fitness und co. auszurichten. Der “Fitnesslifestyle” meint so einige Dinge: Proteinprodukte essen, regelmäßig nach einem Trainingsplan trainieren, Vorbereiten der Mahlzeiten durch sogenanntes “Mealprep” und das Halten an eine bestimmte Ernährungsform.
Ich habe einige durch: Nach WeightWatchers habe ich es einige Monate mit Low Carb probiert. Ich erinnere mich noch genau an meine Freude, als ich endlich fettige Sachen essen “durfte”, weil ich ja nun auf Kohlenhydrate verzichtete . Diese Phase dauerte einige Wochen, bis ich abends Hunger hatte und überlegte, noch eine Paprika zu essen. Mit dem Blick in die Kalorienzähl-App traf mich der Schlag. So viele Kohlenhydrate in dieser einen Paprika – um Gottes Willen, das sprengt mein Tages-Budget. Ich legte die Paprika zurück und ging zurück ins Wohnzimmer.
Plötzlich wurde mir klar, so kann es nicht weitergehen. Ich bekam Angst: Angst vor meinen eigenen Gedanken, Angst vor meinem Essverhalten, Angst in eine Essstörung zu geraten… Ich beschloss der LowCarb-Sache ein Ende zu setzen und wollte ab nun wieder alle Lebensmittel essen – jedoch nur, solange sie in mein Kalorienbudget passen und mit meinem Fitnesslifestyle vereinbar sind – selbstverständlich. Nach einiger Zeit wollte ich mal wieder was Neues ausprobieren und war plötzlich totaler HighCarb Verfechter geworden. Ich liebte es, endlich wieder Massen an Nudeln und co. zu essen. Nach einigen Monaten begann ich mich dann vegan zu ernähren und zog das 3 Jahre streng durch. Clean Eating und zuckerfrei standen ebenso auf dem Plan. Jahrelang drehte sich bei mir alles nur darum einem Trend nach dem anderen hinterher zu jagen – ohne das ich dies wirklich bemerkte.

Raus aus dem Fitnesswahn

Fast 6 Jahre dauerte es, bis ich verstand in was ich mich da Woche für Woche, Monat für Monat manövriert hatte. Begonnen hatte alles kurz nach der Abnahme mit WeightWatchers, denn obwohl ich 20kg abgenommen hatte, fühlte ich mich immer noch nicht wohl. Mein Selbstbild veränderte sich eher zum Schlechten. Durch die Medien, die dargestellten Schönheitsideale und eine völlig verzerrte Wahrnehmung kontrollierte ich immer wieder meinen Bauch. Mehrmals täglich zog ich mein T-Shirt hoch um sicher zu gehen, dass ich nicht zugenommen hatte.
Ich bemerkte es viele Jahre nicht, was ich mir tagtäglich für Druck machte und wie oft ich allein Fressanfällen erlegen war, die keiner bemerkte. Ich hasste mich dafür, glaubte ich sei ein Versager und wollte es am nächsten Tag unbedingt besser machen. Immer wieder wollte ich einen Neustart machen, wollte es endlich schaffen. Nach den Fressanfällen versuchte ich alles wieder mit Sport auszugleichen, machte mir neue Pläne, schrieb mir meine Ziele immer und immer wieder auf und landete einige Tage später wieder beim übermäßigen Essen bis mir schlecht wurde. Erst nach 5 Jahren des Kalorienzählens wurde mir endlich klar – ich will da raus – raus aus dem Fitnesswahn.

Frieden schließen mit dem eigenen Körper

Monate vor meiner Hochzeit hatte ich dieses eine Ziel: Ich wollte endlich mein Traumgewicht erreicht haben, sexy, fit und schlank sein. Ich erarbeitete mir einen Plan über Monate, malte meinen Jahreskalender bunt an und schrieb mir immer wieder verschiedene Pläne und Ideen an die Seite, wie ich es endlich schaffen kann glücklich zu sein. Die Wochen vor der Hochzeit waren jedoch alles andere als entspannt. Durch den zusätzlichen Stress hatte ich wieder Fressanfälle und hasste mich dafür, dass ich keine Zeit für Sport hatte und meinen Plan nicht einhalten konnte.
Durch einen doofen Zufall konnte ich den Schneidertermin für mein Brautkleid nochmal einige Wochen herausschieben, sodass mir wieder mehr Zeit blieb endlich noch etwas abzunehmen, doch es kam zum Glück ganz anders.
Wenige Wochen vor dem Schneidertermin trainierte ich gerade, als mir wieder einmal bewusst wurde, wie sehr ich mich quäle, nur weil ich kurz vorher wieder einen Fressanfall hatte. Ich setzte mich auf meine Trainingsmatte und mir wurde klar… all das was ich die ganze Zeit so verzweifelt versuche zu erreichen, diese Disziplin ohne Wenn und Aber, die unbändige Motivation sowie den perfekten Fitnesskörper gibt es nicht. All das darf ein Ende haben, denn ich darf mich lieben, ich darf mich wohlfühlen und ich darf endlich glücklich sein – auch ohne noch weiter abzunehmen.
Ich beschloss endlich Frieden zu schließen mit meinem Körper.
Achte auf dich und deine Gedanken. Der Weg vom Wunschgewicht zu essgestörtem Verhalten ist ein schmaler Grat, den wir manchmal nicht selbst bemerken…

Buchtipps

Zwei Bücher haben mir damals besonders geholfen, die ganze Sache neu zu betrachten:

Intuitiv Abnehmen*
Dieses Buch gibt einen ersten Einblick in das intuitive Essen und beschreibt im ersten Teil sehr ausführlich von dem Teufelskreis der Diäten. Der Original Titel heißt “Intuitiv Essen”  – leider wurde aus Marketing Gründen das Wort Abnehmen im deutschsprachigen Raum genutzt. Als Einstieg in die Thematik ein tolles Buch!

Emotionales Essen – eatQ*
Sehr hilfreich, wenn du Probleme hast nur bei körperlichen Hunger zu essen. Viele Tipps und sehr umfangreiches Buch um aus dem emotionalen Essen rauszukommen.

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