“Alles muss perfekt sein” – schick den inneren Antreiber in den Urlaub

Sicherlich kennst du auch das Gefühl, wenn du dich eigentlich erholen willst und genau jetzt auch mal Zeit dafür ist. Doch dann kommt der innere Antreiber schon wieder und macht dir Druck, weil irgendwas nicht läuft, wie es geplant war. Bei mir ist das manchmal so, als ob ein Mädchen im rosa-glitzer Kleid durch meinen Kopf springt und freudig ruft: “Alles muss perfekt sein, Alles muss perfekt sein!”. Ja, manchmal sieht mein innerer Antreiber nicht nach einem bösen Lehrer mit erhobenen Zeigefinger aus, sondern es stecken ganz andere Bedürfnisse dahinter… In diesem Blogartikel möchte ich dich ein wenig in meine Welt abseits von Bilderbuch-Sonnenuntergängen mitnehmen und meine Gedanken aus dem Urlaub mit dir teilen.

Urlaubszeit = Bilderbuchzeit?

Wer mir auf Instagram folgt (was, tust du nicht? Lohnt sich aber 😉 ), der weiß dass ich in den letzten Tagen sehr nachdenklich war. Wenn ich mich einige Stunden Autofahrt weit weg von zu Hause befinde, dann legt sich bei mir irgendwie so ein Schalter im Kopf um, den ich sonst nur mit extra langem Hebel bewegt bekomme. Beim Blick auf das weite Meer der Ostsee und dem feinen Sand der zwischen meinen Zehen reibt, während wir die ersten Schritte am Strand gehen, ploppen schon erste Gedanken auf.

Ähnlich wie zum Jahreswechsel ist der Sommerurlaub geprägt von Rückblicken, von dem “Überprüfen” der Ereignisse seit Januar. Regelmäßig frage ich mich, was mein Ziel ist, wo mein Weg mich hinführt. “Stop! Pauline… dein Weg führt dich gerade am Strand vom Ostseebad Binz entlang. Nicht irgendwo anders. Punkt. Bleib doch mal im Hier und Jetzt.” – brüllt mich eine meiner inneren Stimmen an. Ja, das ist genau diese Stimme, die sich wünscht das alles einfach perfekt ist. Das ich jetzt hier sofort den Urlaub genieße und meine Gedanken mal nicht auf Fragen, Sorgen und co. lenke. Ja, schön wäre es, klappt aber echt nicht… Keine Sorge, ich konnte den Urlaub genießen. Wir hatten wundervolle Momente während unserer Wanderungen an den Hochuferwegen, die immer atemraubende Blicke über die von Sturm geprägte Ostseeküste ermöglichten. Doch genau in den Moment, an dem ich an solchen Punkten stehe – frage ich mich auch wo ich gerade im Leben stehe. Solche Gedanken kommen da einfach in mir auf – ich kann das nicht abstellen…

Darf ich nachdenklich sein?

Kann ich denn wirklich erzählen, dass so ein Urlaub für mich nicht immer nur erholsam ist? Das solche Zeiten mich immer zum Nachdenken anregen und ich genau das Gegenteil von ABSCHALTEN kann? Können im Urlaub wirklich alle sofort abschalten? Betätige ich vielleicht den falschen Knopf in meinem Kopf, wenn es los geht? Selbst wenn es Menschen gibt, die sofort abschalten und genießen können  – ich kann es nicht sofort und ich glaube das es unglaublich wichtig ist, mich dafür nicht zu verurteilen. Mein Kopf tickt so, meine Empfindungen sind teilweise so stark und Momente wie bei der Küstenwanderung gehen mir durch Mark und Bein – und das nicht wegen der Anstrengung in den Muskeln. Nein, es ist Gänsehaut, es ist Kribbeln und es ist eine Mischung aus Glückseligkeit, Dankbarkeit und der Frage danach, ob das sein darf, warum es so ist und wie es weiter geht. Ich kann diese Dinge nur selten voneinander trennen und das ist okay. Ich darf nachdenklich sein. Du darfst das auch. Ich muss niemanden etwas beweisen und nach unserem Urlaub im Sommer 2018 den wir aus gesundheitlichen Gründen abbrechen mussten, weiß ich umso mehr das alles genau so okay ist, wie es ist.

Innerer Antreiber und wann wirklich Schluss sein sollte

Der innere Antreiber in uns ist nicht immer verkehrt – nein, dieser Lehrer in uns kann uns motivieren und vor allem für wichtige Dinge antreiben und nach vorn bringen. Manchmal sind wir – also ich – ja wirklich etwas nachlässig und mache etwas auf den letzten Drücker. Dann ist so ein Hinweis vom inneren Antreiber gar nicht so schlecht. Doch es gibt Zeiten, da kommt eine Stimme in uns auf, die nur noch mehr unnötigen Druck macht. Im Urlaub sollten wir noch mehr wie sonst aktiv von Perfektion Abstand nehmen. Perfektion ist sowieso unerreichbar – weil sie von jedem Menschen ganz anders wahrgenommen wird und es keine allgemein gültige Definition vom “perfekt sein” gibt. Ob der Urlaub perfekt ist oder nicht – entscheiden wir und niemand anders. Ob es okay ist mal nachdenklich zu sein oder nicht – auch das obliegt uns und niemand hat von Außen zu bestimmen, ob das in einem Urlaub etwas zu suchen hat…. Woher kommen denn eigentlich diese ganzen Ansprüche? Wollen wir einen Schein nach Außen wahren? Wollen wir der ganzen Welt (ja gut, Freunde, Kollegen und Familie reichen auch) zeigen, was wir für einen perfekten Urlaub hatten? Ja, auch in diesem Thema versuchen wir immer wieder einen Schein zu wahren, der nicht existiert. Der Bilderbuchurlaub ohne negative Gedanken – willkommen im Traumland. Spätestens an dieser Stelle wird klar, der innere Antreiber hat wirklich ausgedient. Unser Urlaub sollte genau das sein – frei von Auflagen was und wie wir denken und fühlen. Lassen wir es doch einfach mal zu. Lassen wir jeden Gedanken zu, lassen sie kommen und gehen… Und wenn es wirklich nicht mehr geht und deine Gedanken nicht zum Stillstand kommen, habe ich hier einen Artikel für dich

Auch der innere Antreiber darf mal in den Urlaub geschickt werden

Manchmal glauben wir, negative oder nachdenkliche Gedanken müssen sofort eliminiert werden – dabei macht genau das oft noch mehr Druck. Es ist, als wenn sie sich aufstauen und in einer Ecke des Kopfes lauern und zusammen schließen. Wie eine Horde aufgebrachter und wütender kleiner Männchen in deinem Kopf, die sich beschweren wollen. Die Männchen, die endlich zu Wort kommen wollen. Aber vor ihnen steht der innere Antreiber und hat eine Barrikade erbaut – sei es nun der Lehrer mit erhobenen Zeigefinger oder das so fröhliche Mädchen mit dem großen pinkfarbenen Schild wo in Leuchtschrift “Stop! – aber hier nur noch perfekte Gedanken” steht.

Besonders in Zeiten wo kein wichtiger Termin oder so auf dem Plan steht, darfst du dir gern mal erlauben deine Gedanken kommen und gehen zu lassen. Stell dir vor diese kleinen Gedankenmännchen fühlen sich verstanden und dürfen sich frei bewegen – plötzlich machen sie viel weniger Druck in deinem Kopf und du kannst wohl wirklich nach und nach entspannen und dich erholen. Lass es zu, verurteile dich nicht wegen deiner Gedanken und lass dich schon gar nicht von irgendwelchen Bilderbuch-Urlaubsberichten einschüchtern 😉

…und die Bedürfnisse dahinter?

Und wenn wir mal noch tiefer schauen, was eigentlich hinter den Gedanken steckt, die in uns aufkommen, wenn wir doch zur Ruhe kommen wollen? Dieses Phänomen erinnert mich etwas an Meditieren. Da glaubt man ja anfangs auch, das würde ganz ohne Gedanken ablaufen und man könnte endlich mal runterkommen. Die Kunst ist auch da, die Gedanken kommen und gehen zu lassen… und im Urlaub kann es manchmal auch sein, dass der Körper und unsere Psyche das Gefühl hat nun Zeit zu haben – nun endlich zur Sprache kommen zu können, da es im stressigen Alltag ja auch noch diese ganzen vielen anderen Problemchen und Baustellen zu bedienen gab.

Auf der einen Seite sehe ich es als Chance – endlich Zeit um über gewisse Dinge nachdenken zu können. Auf der anderen Seite sollten wir uns bewusst machen, dass manche Sorgen im Urlaub nichts zu suchen haben. Die Bedürfnisse dahinter sind jedenfalls immer irgendwie da – welche es genau sind, kannst nur du heraus finden. Verliere dich nicht zu sehr darin, manchmal hetzen wir Gedanken auch zu sehr nach. Sie jedoch zu blockieren und zu ignorieren ist aus meiner Sicht auch der falsche Weg.

Sollten deine Gedanken besonders um Diäten und Zweifeln an dir und deinem Körper kreisen, kann ich dir meine 3 Tipps für mehr Selbstliebe – eine kostenlose PDF empfehlen. Hier kannst du sie herunterladen.

Kannst du im Urlaub sofort abschalten oder kreisen deine Gedanken in dieser Zeit auch? Schreib es mir in die Kommentare 🙂

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